Talwiese Bonisdorf 2 (Burgenland)

Der trilaterale Naturpark Raab-Örseg-Goricko liegt im Dreiländereck von Österreich, Ungarn und Slowenien. Es ist gleichzeitig jener Schnittpunkt des Grünen Bandes, an dem sich der Nord-Süd-Verlauf entlang der österreichisch-ungarischen Grenze in zwei Richtungen aufteilt. Das Gebiet ist über weite Teile von einer sehr strukturreichen traditionellen Kulturlandschaft mit Weinbergen, Obstgärten, Wiesen und Äckern geprägt, die jedoch auf den Talböden intensiv landwirtschaftlich genutzt wird (z. B. Mais- und Kürbisanbau).

© Helmut Höttinger

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© Stefanie Glantschnig

© Klaus Michalek

© Stefanie Glantschnig

© Klaus Michalek

Speziell am Talboden des Lafnitztales und entlang der Raab durchquert das Grüne Band Gegenden mit intensivem Ackerbau. Wenige hundert Meter von der Grenzlinie entfernt – in den Tälern der kleinen Bäche – können jedoch noch artenreiche Naturwiesen gefunden werden, die meist Heimat einer reichen Schmetterlingsfauna sind. Der Naturpark Raab umfasst die Gemeinden Jennersdorf, Minihof Liebau, Mogersdorf, Mühlgraben, Weichselbaum, St. Martin/Raab und Neuhaus am Klausenbach. In letzterer befindet sich auch der 123 Einwohner zählende Ortsteil Bonisdorf.

Genau hier hat der | naturschutzbund | mit Unterstützung der Raiffeisen Klimaschutz Initiative eine 4.125 m2 große Wiesenfläche angekauft. Es handelt sich dabei um eine typisch von Hangwasser beeinflusste und wechselfeuchte Wiese am Klausenbach, die in die Kategorie einer „Fuchsschwanzfrischwiese“ fällt.

Vor allem botanisch kann die Wiese mit einigen Besonderheiten aufwarten, wachsen hier doch Kuckuckslichtnelke, Wiesen-Glockenblume, Großes Mädesüß, Betonie, Gilbweiderich, Fuchs-Segge, Blutweiderich, Wolliges Honiggras, Wiesen-Fuchsschwanz, Wiesen-Schwingel, Beinwell, Perücken-Flockenblume, Margerite, Kriechender Günsel, Gamander-Ehrenpreis, Saum Segge, Bach-Kratzdistel u.v.a.m..  Die Talwiese ist auch Lebensraum einer reichen Schmetterlingsfauna, wie z.B. des Lilagold-Feuerfalters (Lycaena hippothoe).

In besagtem Gebiet hat der Naturschutzbund Burgenland bereits einige sehr schöne und artenreiche Wiesen-Flächen ankaufen können. Der Erwerb einer weiteren Fläche „arrondiert“ den Wiesenkomplex weiter und schließt bestehende Lücken. Das ist vor allem im Naturpark-Gebiet, in der das genetische Potential der Fauna und Flora noch hoch ist, besonders wichtig. Die Sicherung einer weiteren Wiesenfläche ist aber nicht nur ein wertvoller Beitrag für die Biodiversität – die Talwiese ist auch ein Puzzlestein in der reichhaltigen Kulturlandschaft – denn Feuchtwiesen sind mittlerweile selten gewordene Lebensräume!

Im Zuge des Ankaufs wird der Naturschutzbund Burgenland mit seinen Experten einen Managementplan für die naturschutzfachlich bestmögliche Pflege ausarbeiten. Mahdrhythmus und Mahdzeitpunkt, Wahl des optimalen Mähgeräts, Behandlung des Mähgutes, notwendige Entbuschungsarbeiten und andere Maßnahmen werden dabei eine Rolle spielen. In weiterer Folge soll ein Monitoring der Flächen betreffend der Vegetation und der Insektenwelt durchgeführt werden, um den Erfolg der Pflegemaßnahmen zu dokumentieren.