NSG Pischelsdorfer Fischawiesen (Niederösterreich)

Ein ganz besonderes Kleinod sind die knapp 16 ha umfassenden Pischelsdorfer Fischawiesen in der Gemeinde Götzendorf an der Leitha. In dem Gebiet wechseln sich Feuchtwiesen in den Senken mit Halbtrockenrasen auf den Kuppen ab. Diese Besonderheit ergibt sich durch den komplexen Wasserhaushalt der Gegend. Das Grundwasser steht so hoch, dass es oft an die Oberfläche kommt. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Lebensraumtypen im Gebiet, die die Pischelsdorfer Ebene zu einem „hotspot“ der Artenvielfalt machen. Der | naturschutzbund | ist seit dem Jahr 1968 Eigentümer von 4,13 ha und Pächter von zusätzlichen 3,52 ha in und am Rande des 11 ha großen, 1966 ausgewiesenen Naturschutzgebietes Pischeldsdorfer Fischawiesen, das heute auch zu den Natura 2000-Gebieten zählt.

Paradies für heimische Orchideen
17 verschiedene Orchideenarten blühen in den Pfeifengraswiesen der Pischelsdorfer Feuchtwiesen. Sämtliche heimische Orchideenarten sind in Österreich streng geschützt. Duft-Becherglocke und Sumpf-Gladiole, zwei vom Aussterben bedrohte Arten kommen hier ebenfalls noch vor, dazu kommen Gelbe Wiesenraute, Sumpf-Gänsedistel und Große Kuhschelle.

Geflügelte Vielfalt
Prominente Gäste hat die Feuchte Ebene auch unter den Schmetterlingen. Einen farbenprächtigen Auftritt geben Schwalbenschwanz, Hauhechelbläuling und Grünspanner. 680 Schmetterlingsarten hat man hier gezählt. Über 40 Arten davon sind in Mitteleuropa äußerst selten. [© www.landesmuseum.at]

In den Niedermoorwiesen brüten unter anderem Kiebitz, Braunkehlchen, Grauammer, Sperbergrasmücke und Beutelmeise. Etliche andere früher hier brütende Arten wie Schafstelze oder Bekassine sind leider nur mehr am Durchzug anzutreffen.

© Gernot Neuwirth

© Michael Dvorak

© Gernot Neuwirth

© Gernot Neuwirth

© Anton Koo

© Gernot Neuwirth

Schwimmer, Läufer, Springer
In den Tümpeln und Lacken des Gebiets entwickeln sich zahlreiche Amphibienarten. Sämtliche heimische Amphibienarten stehen unter Schutz.

Insgesamt 13 in Österreich gefährdete Heu- und Fangschrecken gibt es im Naturschutzgebiet. Darunter befinden sich vom Aussterben bedrohte Arten wie die Heideschrecke und die Steppen-Beißschrecke.

Bewirtschaftung nach ökologischen Kriterien
Die Wiesen werden von ortsansässigen Bauern nach einem vom Naturschutzbund NÖ ausgearbeiteten Managementplan bewirtschaftet. Eine Lebensraumvernetzung mit den Alten Fischaschlingen ist zum Teil schon gegeben.