Pischelsdorfer Fischawiesen 3 (Niederösterreich)

Die Pischelsdorfer Fischawiesen in der Gemeinde Götzendorf an der Leitha sind ein ganz besonderes Kleinod. Feuchtwiesen in den Senken wechseln sich mit Halbtrockenrasen auf den Kuppen ab. Diese Besonderheit ergibt sich durch den komplexen Wasserhaushalt. Das Grundwasser steht hoch an, es reicht oft bis an die Bodenoberfläche. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Lebensraumtypen, die die Pischelsdorfer Ebene zu einem „hotspot“ der Artenvielfalt machen. Der | naturschutzbund | ist seit 1968 Eigentümer von 1,97 ha und Pächter von zusätzlichen 3,52 ha in und am Rande des 15 ha großen, 1966 ausgewiesenen Naturschutzgebietes Pischeldsdorfer Fischawiesen, das heute auch als Natura 2000-Gebiet unter Schutz steht.
Aber auch außerhalb des Naturschutzgebietes gibt es noch wertvolle Feuchtwiesen und Feuchtwiesenbrachen, die eine wichtige Erweiterung des Schutzgebietes und Vernetzungsflächen zu den nahe gelegenen Alten Fischaschlingen darstellen. Auch hier ist der | naturschutzbund | schon seit Jahren aktiv und konnte bereits 4,5 ha wertvolle Flächen sichern.

© Gernot Neuwirth

© Josef Limberger

© Gabriele Pfundner

© Roman Türk

© Gabriele Pfundner

Mit Hilfe der Firma Frischeis gelang es 2016, eine weitere wertvolle Wiesenfläche mit hohem naturschutzfachlichen Potential zu sichern. Es handelt sich um eine 2.261 m² große Feuchtwiese, auf der noch eine Reihe von seltenen und gefährdeten Pflanzenarten zu finden sind. Auch für den seltenen Brachvogel, der im nahen Naturschutzgebiet brütet, bieten die Flächen wertvollen Lebensraum. Die Fläche wird traditionell als Mähwiese bewirtschaftet, die aktuelle Bewirtschaftung ist aber nicht optimal auf die seltenen Feuchtwiesenarten abgestimmt. Dadurch besteht die Gefahr des Verlustes der Artenvielfalt. Einige seltene Arten, die auf den umgebenden Wiesen noch zu finden sind, wie die Sibirische Schwertlilie, konnten hier nicht mehr nachgewiesen werden.

 

Managementplan und Inventarisierung
Zur Sicherung der Artenvielfalt auf der angekauften Fläche war die Ausarbeitung eines Manage-mentplans erforderlich. Hierfür war eine Inventarisierung der Artenvielfalt (Flora, ausgewählte Tierarten) die notwendige Grundlage.  Ausgehend von den erhobenen Daten wurde ein Managementplan erstellt, der die optimale Pflege der Fläche gewährleisten soll. Entsprechende Schutzziele wurden formuliert und entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet. Eine Anpassung von Mahdhäufigkeit und Mahdtermin auf die Bedürfnisse der Feuchtwiesenarten war nötig. Der Botaniker und Gebietskenner Dr. Norbert Sauberer vom Naturschutzbund NÖ begleitet diese Arbeiten fachlich.

Saatgutübertragung
Zur Aufwertung der Fläche und Erhöhung der Artenvielfalt wird eine Saatgutübertragung von nahen Flächen des Naturschutzbundes NÖ durchgeführt. Dazu werden im Laufe des Jahres gezielt reife Samen von gefährdeten Arten wie Knäuel-Glockenblume, Pannonische Kratzdistel, Sumpf-Laserkraut oder Kurzknollige Pannonische Platterbse gesammelt und auf der neuen Fläche an geeigneten Stellen ausgebracht. Auch Heudrusch von einer nahen Fläche soll bei der Saatgutübertragung zum Einsatz kommen. Diese gezielte Anreicherung mit Arten aus der unmittelbaren Umgebung wird gemeinsam mit der Umstellung des Mahdmanagements zu einer Erhöhung der Artenvielfalt auf der Fläche führen.