Kalkmagerrasen Hausleiten (Oberösterreich)

Der Kalkmagerrasen Hausleiten liegt in der Stadt Steyr, befindet sich im Eigentum des | naturschutzbund | Oberösterreich und wird seit 2006 betreut.
Auf einer steilen Böschung auf der sogenannten “Gamshöhe” gedeiht ein artenreicher, ca. 4.500 m2 großer Kalkmagerrasen direkt unter einer Starkstromleitung. In der Pflanzendecke herrscht an vielen Stellen die Fiederzwenke (Brachypodium pinnatum) vor. Im oberen Bereich des Hanges befindet sich eine niedrige Felsstufe. Auch findet man kleine Gehölzgruppen mit Liguster (Ligustrum vulgare), Schlehe (Prunus spinosa) und Stiel-Eiche (Quercus robur). Im Süden und Osten begrenzen Wälder die Fläche, am Hangfuß schließt eine Mähwiesen an den Bestand an.

© Martin Schwarz

© Martin Schwarz

Nährstoffarme Kulturflächen gelten heute in Mitteleuropa als hochgradig gefährdet. Insbesondere durch Intensivierung und Verbauung verschwand dieser Lebensraum fast völlig aus unserer Landschaft, jedoch auch durch eine Nutzungsaufgabe. Nur die regelmäßige Mahd ermöglicht den Fortbestand solcher Flächen.
Eine Besonderheit der Tierwelt ist die Wiener Schnirkelschnecke (Cepaea vindobonensis), eine Landschnecke die Oberösterreich nur in sehr warmen Lagen in Magerwiesen, lichten Gebüschen und in Gestrüpp, an Steppen- und Felshängen zu finden ist.
Unter der vielfältigen Pflanzenwelt findet man auch zahlreiche gefährdeten Pflanzen, wie beispielsweise den Aufrechten Ziest (Stachys recta), das stark gefährdete Steppen-Schillergras (Koeleria macrantha) und das vom Aussterben bedrohte Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides).
Schutz und Management
Das Bestreben auf der Hausleiten ist der Erhalt des Halbtrockenrasens mit seiner besonders reichhaltigen Pflanzenwelt.
Die Hausleiten wurde 2006 vom | naturschutzbund | mit Hilfe von Landesförderungen angekauft. Bereits 2007 wurden viele der dort vorhandenen Gehölze geschwendet. Seitdem wurde die Nutzung auf den Freiflächen wieder aufgenommen. Die einmalige Mahd sichert die Artenvielfalt auf der Fläche und verhindert, dass Gehölzanflug aufkommen kann. Notwendig ist auch das Zurückdrängen der gebietsfremden Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis).
 
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