Magerwiese Luftenberg (Oberösterreich)

Der steile südexponierte Hang in der Gemeinde Luftenberg weist einen inzwischen sehr seltenen Lebensraum, einen Halbtrockenrasen, auf. Auf der ca. 1,3 ha großen Flächen herrschen in großen Teilen Gräser wie das Europäische Bartgras (Bothriochloa ischaemum) und die Aufrechte Trespe (Bromus erectus) vor. Nur der südliche Bereich weist eine andere floristische Zusammensetzung auf, man findet hier eine Salbei-Glatthaferwiese. Halbtrockenrasen beherbergen eine Vielzahl floristischer Kostbarkeiten. Da diese nur einen sehr geringen Ertrag liefern und oftmals schwierig zu bewirtschaften sind, sind drastische Rückgange solcher Lebensräume in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen. Auch der immense Siedlungsdruck ist hier am Südrand der Böhmischen Masse, östlich von Linz, problematisch. In der Nähe des Kuhschellenrasens waren ehemals viele solcher Flächen, die heute leider meist durch Nutzungsaufgabe oder Umwandlung in intensiveres Grünland viel an ihrem Artenreichtum verloren haben. Durch den Rückgang des Lebensraumes stehen auch eine Vielzahl an Arten die dieser beherbergt auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder sind bereits ausgestorben.

© Claudia Leitner

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© Eva Novotny

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Bedingt durch die speziellen Lebensbedingungen in einem Halbtrockenrasen ist ein hoher Artenreichtum von Tieren und Pflanzen gegeben. Eine kleine Besonderheit der Pflanzenwelt ist das Europäische Bartgras (Bothriochloa ischaemum). Die Tierwelt weist ebenso Besonderheiten auf. Man findet hier 17 Heuschreckenarten, darunter so seltene Arten wie der Verkannte Grashüpfer (Corthippus mollis) und der Buntbäuchige Grashüpfer (Omocestus rufipes). Eine große Rarität ist der Matte Pillendreher (Sisyphus schaefferi), der hier sein einziges bekanntes Vorkommen in Oberösterreich hat. Der letzte Nachweis dieser vom Aussterben bedrohten Art auf einer anderen Fläche gelang 1969 in Plesching.

Der Matte Pillendreher ist eine wärmeliebende und koprophage Art, die Schafkot bevorzugt, jedoch auch aus der Losung von Rotwild oder dem Dung von Rindern Brut- und Futterpillen dreht.
 
Schutz und Management
Die Zielsetzung auf dieser Fläche ist der Erhalt des Halbtrockenrasens mit seiner hohen Artenvielfalt. Zusätzlich soll dieser bedrohte Lebensraumtyp durch extensive Bewirtschaftung auf benachbarten Flächen ausgeweitet werden.
 
Neben der jährlichen Mahd im Juli und dem darauffolgenden Abtransport des Mähgutes ist bei der Pflege der Fläche auch das Eindämmen der gebietsfremden Goldrute ein wichtiger Schritt. Jährlich wechselnd werden kleine Bereiche nicht gemäht. Diese Bracheflächen ermöglichen ein Rückzugsgebiet für Insekten während der Mahd und bieten vor allem Blütenbesuchern ein durchgehendes Nahrungsangebot. Die angrenzenden Waldränder werden regelmäßig zurück geschnitten, damit der Halbtrockenrasen nicht von Gehölzen verdrängt wird.
 
© Stiftung für Natur