Magerwiese Torfau (Oberösterreich)

Beim Anblick dieser Wiese fühlt man sich in eine längst vergangene Zeit versetzt. Unser Ziel ist hier die Erhaltung der Magerwiese durch extensive Bewirtschaftung. Das Gebiet liegt im Mühlviertel, Gemeinde Ulrichsberg, und umfasst 1,6 ha. Eigentümer ist der | naturschutzbund | und eine Betreuung findet seit 1985 statt. Südlich der Großen Mühl befindet sich diese ebene Magerwiese, die Teil des Naturschutzgebietes „Torfau“ ist. Sie wird seit jeher extensiv bewirtschaftet und nicht gedüngt. Dadurch ist die Vegetation zwar niedrig, beherbergt aber eine große Vielfalt sowie gefährdete Pflanzenarten. Aufgrund des kristallinen Untergrundes herrschen hier saure Bedingungen, was sich auch in der Zusammensetzung der Pflanzenarten widerspiegelt. An die Wiese grenzen an drei Seiten Gehölze an, wobei die Gehölzreihe im Nordosten gleichzeitig das Uferbegleitgehölz der Großen Mühl darstellt. Im Osten grenzen weitere extensiv genutzte Magerwiesen an.

© Martin Schwarz

© Angela Wolf

© Martin Schwarz

Da über lange Zeit extensiv genutzte Wiesen eine Rarität darstellen und zudem Lebensraum vieler bedrohter Arten sind, ist diese Magerwiese ein besonderes Schutzgut. Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Bürstling (Nardus stricta), Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica), Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) und Kleiner Baldrian (Valeriana dioica) sind in der Torfau zu finden. Der Sumpfgrashüpfer (Chorthippus horthippus montanus) und die Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar) sind beides spezialisierte Bewohner von Feuchtwiesen. Unter den Schmetterlingen ist der Braunfleckige Perlmutterfalter (Clossiana selene) besonders zu erwähnen. Seine Raupen fressen Veilchen (Viola spp.).


Schutz und Management
Auf dieser Fläche wird die traditionelle Bewirtschaftung mit einmaliger jährlicher Mahd und Abtransport des Mähgutes fortgesetzt. Die önj Haslach, die im Naturschutzgebiet weitere Flächen besitzt, koordiniert bis jetzt die Pflege. 

© Stiftung für Natur