Pfudawiesen (Oberösterreich)

Rechtsufrig der Pfuda befindet sich unweit der Gemeinde Sigharting im Bezirk Schärding ein größeres Feuchtwiesengebiet. Hier wurden zwei räumlich voneinander getrennte Flächen, bestehend aus mehreren Parzellen im Ausmaß von ca. 10 ha vom | naturschutzbund | angekauft. Neben Schilfflächen sind hier vorwiegend hochwüchsige Seggenwiesen und Seggensümpfe vorhanden. Entlang des Pfudabaches wachsen einige Laubgehölze und dazwischen bzw. daran angrenzend befinden sich nährstoffreiche Hochstaudenfluren, in denen die Große Brennnessel (Urtica dioica) ausgedehnte Bestände bildet. Die Wiesen sind von Gräben, die an manchen Stellen aufgeweitet sind und dadurch offene Wasserflächen aufweisen, durchzogen. In den nässesten Bereichen steht nach Überschwemmungen oder nach stärkeren Regenfällen lange das Wasser.

© Josef Limberger

© Martin Schwarz

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© Roman Türk

© Claudia Leitner

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Eine in den Pfudawiesen relativ häufige, ansonsten aber seltene Art ist die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), ein Bewohner vorwiegend größerer Feuchtgebiete. Auf Helmkraut (Scutellaria spp.) ist, wie bereits der deutsche Name vermuten lässt, der Helmkraut-Blattkäfer (Phyllobrotica quadrimaculata) spezialisiert. Laut Roter Liste gilt diese Art in Oberösterreich als ausgestorben oder verschollen. 2010 konnte diese hübsche Art in den Pfudawiesen nachgewiesen werden. Durch vermehrte Flachwasserbereiche und die Bereitstellung Flächen mit kurzer Vegetation durch regelmäßige Mahd soll die hier immer wieder zu beobachtende Bekassine (Gallinago gallinago) gefördert werden. Es wird angestrebt, dass diese seltene Vogelart ein regelmäßiger Brutvogel in den Pfudawiesen werden soll. Flachgewässer, die auch austrocknen können, dienen auch der seltenen Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) als Entwicklungsort für die Larven. Unter den Pflanzen ist vor allem der Nickende Zweizahn (Bidens cernua), der an nassen Stellen am Rande von Gräben vorkommt, besonders schützenswert.

Schutz und Management
Auf dieser Fläche steht die Erhaltung und Entwicklung eines Feuchtwiesenkomplexes mit unterschiedlicher Bewirtschaftung einschließlich Brachen und Schilfbeständen im Vordergrund. Dadurch dienen die Pfudawiesen einer Vielzahl bedrohter Arten nasser Standorte als Lebensraum.
 
Eine seggenreiche Wiese wird derzeit einmal jährlich im Sommer gemäht und das Mähgut von der Fläche entfernt. Andere Seggenbestände (Carex spp.) stehen derzeit außer Nutzung. Um die Artenvielfalt zu erhöhen, sollen diese zumindest teilweise wieder regelmäßig gemäht werden. Die Schilfbestände bleiben im derzeitigen Ausmaß erhalten. Da das Schilf (Phragmites australis) in Ausbreitung begriffen ist und die Seggenbestände zurückdrängt, ist eine Mahd dieser Wiesen notwendig, um das Schilf am Vordringen zu hindern. Die niedrige Vegetation nach der Mahd kommt beispielsweise der Sumpfschrecke (Stethopyhma grossum) und der Bekassine zugute. Um den Lebensraum für Arten offener Gewässer bzw. von stark vernässten Standorten zu verbessern, sollen einige Gräben stellenweise aufgeweitet und Flachwasserbereiche angelegt werden. Derzeit läuft ein Projekt, weitere Feuchtflächen anzukaufen.
 
© Stiftung für Natur