Sumpfwiese Walleiten (Oberösterreich)

Die Sumpfwiese Walleiten liegt in der Gemeinde St. Ägidi im Bezirk Schärding, befindet sich im Eigentum des | naturschutzbund | Oberösterreich und wird seit 1992 betreut. Die von Fichtenwald umgebene, ca. 2,6 ha große Fläche beherbergt eine extensiv genutzte Wiese sowie einen derzeit ungenutzten Pfeifengrasbestand (Molinia caerulea). Beide Bereiche sind durch einen Moorwald getrennt. Hier wachsen vor allem Schwarz-Erlen (Alnus glutinosa), Weiden (Salix spp.) und auch Fichten (Picea abies). Zudem befindet sich hier sowohl stehendes als auch liegendes Totholz. Der Untergrund ist teilweise sumpfig.

© Feri Robl

© Claudia Leitner

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Im Westen grenzt eine Pfeifengraswiese an, wo zwischen dieser dominanten Grasart auch seltene Pflanzenarten vorkommen. Ein kleiner schlecht wüchsiger Schilfbestand (Phragmites australis) sowie zwei Teiche ergänzen die Lebensraumvielfalt. Die leicht nach Norden geneigte Mähwiese im Nordteil des Gebietes ist durchwegs mager und überwiegend niedrigwüchsig. Einige Bereiche sind relativ trocken. Die tiefer gelegenen Teile sind durchwegs nass bis sumpfig. Im Untergrund ist hier Torf vorhanden.

An nassen Stellen auf der Mähwiese gedeihen Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) und Fieberklee (Menyanthes trifoliata). Die Bestände beider Arten haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica) profitiert von der zunehmenden Vernässung ehemals trockener Wiesenbereiche und hat sich dementsprechend ausgebreitet.

An sumpfigen Stellen im Moorwald und dessen Umgebung wächst die vom Aussterben bedrohte Drachenwurz (Calla palustris). Sie hat sich entlang eines verlandeten Grabens nach Norden zu ausgebreitet. Der gefährdete Europäische Siebenstern (Trientalis europaea) ist auf der Sumpfwiese Walleiten ebenso zu finden, wie das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum), die stark gefährdete Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) und die Breitblättrige Fingerwurz (Dactylorhiza majalis).

Schutz und Management
Das Ziel ist hier die Erhaltung unterschiedlicher Feuchtstandorte wie extensiv genutzte Wiese und Sumpfwald einschließlich bedrohter Arten.
Der Nordteil wird einmal jährlich im August gemäht, wobei das Mähgut im nässesten Bereich händisch abtransportiert werden muss. Vom Wald dringen Gehölze in Richtung Wiese vor, weshalb diese immer wieder zurückgeschnitten bzw. ganz entfernt werden. Die Fichten im Moorwald sollen demnächst teilweise entfernt werden, um die Beschattung der Bodenvegetation zu verringern. Derzeit werden Überlegungen angestellt, den Pfeifengrasbestand regelmäßig zu mähen. Aufgrund der vielen hohen Bülten und kleiner Faulbaumbüsche müsste die Fläche zuvor mittels Schlägelmähers in einen mähbaren Zustand gebracht werden. Ein weiteres Problem ist die Zufahrt. Hier muss mit Einverständnis von einem Grundnachbarn zuerst ein Zufahrtsweg über sein Grundstück errichtet werden.
 
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