Waldwiese Aichet (Oberösterreich)

Direkt an der Grenze der Bezirke Schärding und Grieskirchen, in der Gemeinde St. Willibald befindet sich diese ca. 1,3 ha große, ebene Wiese, die rundum von Wald umgeben ist. An der Bezirksgrenze, die gleichzeitig die südöstliche Grundstücksgrenze darstellt, befindet sich ein Graben. Er wird Langgraben genannt und führt zumindest stellenweise Wasser. Als das Innviertel noch zu Bayern gehörte, verlief entlang des Langgrabens die Staatsgrenze, und hier war auch die Gerichtsbarkeit. Um Verurteilte hinrichten zu können, befand sich hier ein Galgen. Von daher stammt die Bezeichnung „Galling“ für die Wiese.

Die Wiese weist eine relativ niedrigwüchsige Vegetation auf. Nach Niederschlägen ist der Untergrund längere Zeit sehr nass. Dagegen dörrt er in Trockenphasen stark aus. Eine häufige Art ist beispielsweise das Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), dass dem Heu seinen starken Duft verleiht. Zwei kleine Teiche, die vom | naturschutzbund | angelegt worden sind, befinden sich im Randbereich der Fläche. Sie trocknen fallweise aus.

Der auf Feuchtwiesen angewiesene Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus) kommt hier häufig vor. An den trockeneren Stellen im Randbereich der Wiese ist stellenweise der Bürstling (Nardus stricta), eine niedrigwüchsige und sehr harte Grasart, bestandsbildend.

© Roman Türk

© Claudia Leitner

© Claudia Leitner

Schutz und Management
Die Fläche soll sich zu einer artenreichen Magerwiese mit seltenen Pflanzen- und Tierarten entwickeln.
Die Wiese wird zweimal pro Jahr gemäht, wobei die erste Mahd Mitte Juni erfolgt. Das Mähgut wird abtransportiert. Gedüngt wird die Fläche nicht, da dies aus naturschutzfachlicher Sicht unerwünscht ist. Eine Düngung wirkt sich negativ auf niedrige, bedrohte Pflanzenarten aus. Die Wiese, die sich im Besitz des Naturschutzbundes Oberösterreichs befindet, wird seit 2004 betreut. 2011 wurden zwei kleine Teiche angelegt, um Amphibien und anderen Wasserbewohnern einen Lebensraum zu bieten. Zudem könnten diese vom Schwarzstorch (Ciconia nigra) zur Nahrungssuche genutzt werden.
 
© Stiftung für Natur